Der Reiz der Insel Kreta

Kreta und mein Herz schlägt schneller
Nikos Kazanzakis

Es gibt wohl kein schöneres Kompliment, das man dieser Insel machen kann, als die Worte von Nikos Kazanzakis, dem „Vater“ des Alexis Sorbas. Mehr als viele andere Attribute, mit denen Kreta schon bedacht wurde, wie z.B. Wiege der europäischen Kultur oder Insel der Götter treffen diese Worte das Gefühl der vielen Kreta-Fans.

Viele, die diese Insel einmal besucht haben, hat sie für immer in ihren Bann ge­schlagen. Sie hat unauslöschliche Erinnerungen hinterlassen und weckt immer wieder die Sehnsucht nach einer Rückkehr. Aber was ist es, was diesen besonderen Reiz der Insel ausmacht? Warum hinterlässt sie bei vielen Besu­chern so viel tiefere Eindrücke und Erinnerungen, als manch andere Urlaub­sorte?

Abgelegen Buchten und kilometerlange Sandstände wie hier in Falasarna an der Westküste sind ein besonderer Reiz der Insel.

Besteht der besondere Reiz der Insel im Gegensatz, den die Landschaft ausstrahlt? Sind es die schnellen Wechsel zwischen den schroffen Felsen und Schluchten der Hoch­gebirge mit den sanften, fruchtbaren Tälern und Hochebenen? Täler und Ebenen in denen Millionen von Oliven- und Citrusbäumen vielen Menschen Erwerbs- und Lebensgrundlage sind?

Ist es eine fünftausendjährige Geschichte, an deren Anfang sich in der minoischen Epoche die erste europäische Hochkultur entwickelte? Eine Geschichte, die sich dem aufmerksamen Besucher fast auf Schritt und Tritt erschließen möchte. Aber auch eine Geschichte, die eng mit der griechischen Mythologie verbunden ist, tragen sicher zum Reiz der Insel bei.

Die Ausgrabungen von Knossos lassen 2.000 Jahre Geschichte der Minoer für den Besucher lebendig werden und  sind ein besonderer Anziehungspunkt für Touristen

Oder werden die unauslöschlichen Erinnerungen an einen Kretaurlaub nicht auch mitgetragen, durch die besondere Gastfreund­schaft und Herzlichkeit der Bewohner? Einer Gastfreundschaft, mit der sie jeden Besucher empfangen. Ist es nicht auch ihre vielfach von einem harten und entbehrungsreichen Leben geprägte Freude an den einfachen Dingen des Lebens? Haltungen, die uns immer wieder in Er­staunen versetzen?

Liegt der Reiz der Insel nicht auch in der besonderen geografische Lage am Schnittpunkt von Orient und Okzident? Schließlich wurde dadurch auch in Vielem die Geschichte und Entwicklung der Insel und ihrer Kultur geprägt. Es ist wohl die Gesamtheit all dessen und noch viel mehr, was den besonderen Reiz dieses Eilands ausmacht.

Auch liegt der besondere Reiz der Insel wohl in dem, was man mit dem unbeschreiblichen Licht der Ägäis, mit der Luft in den Hochgebirgen oder an den einsamen Stränden in sich aufnimmt.  

Ich bin nicht so vermessen, hier eine Antwort auf diese Fragen geben zu wollen. Es ist einfach schier unmöglich, erschöp­fend und umfassend die Frage nach dem besonderen Reiz der Insel zu be­antworten. Ein jeder, der sich von ihm einfangen ließ, wird dies wohl anders beantworten.

Lassen wir hier einfach die Worte von Walter Lassally, dem Kameramann des Alexis Zorbas, als Schlusswort stehen. Er hatte nach den Filmaufnahmen Kreta zu seiner neuen Heimat gemacht und hier die glücklichsten Jahre seines Lebens verbracht.

Man kann Jahre in die Erkundung von Kreta investieren. Es ist so eine schöne Insel, wie eine Miniatur von Griechenland – das Meer und die Berge und der Schnee auf den Bergen, die Obstgärten. Alles, was das Festland auf Griechenland bietet, nur etwas kleiner. Ich habe Kreta vom ersten Moment an geliebt. Ich bin auf der ganzen Welt gewesen, aber habe keinen Ort gefunden, der schöner ist, um dort zu leben.

Walter Lassally in der Reportage „Griechenland von Insel zu Insel“ – Produktion der taglicht media im Auftrag von ZDF – 2013

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